Hintergrund

Wer, wie, was?

Mondscheinkinder (Deutschland 2005)

Kinderfilme? Davon gibt’s doch jede Menge?! Stimmt. Tatsächlich haben in den vergangenen Jahren einige aufwändige und hochwertige Produktionen gezeigt, dass Kinderfilm ein Segment ist, in das es sich zu investieren lohnt: Verfilmungen berühmter literarischer Vorlagen wie Kästners „Emil und die Detektive“, etablierte Marken wie „Die wilden Kerle“, „Die wilden Hühner“ oder Grimms Märchen finden ein Millionenpublikum. Ebenso Leinwandspektakel, in denen sich aus dem Fernsehen bekannte Lieblingsfiguren tummeln, wie zum Beispiel „Wickie und die starken Männer“. Kinderfilme gehören jährlich zu den Filmproduktionen in Deutschland, die die höchsten Besucherzahlen im Kino insgesamt erreichen. Der Kinderfilm ist damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland mit enormem Potential.

Paulas Geheimnis (Deutschland 2006)

Dennoch:
Unter 183 deutschen und co-produzierten Filmen, die in Deutschland im Jahr 2008 in die Kinos gekommen sind, finden sich nur 11 Kinderfilme. Und mit „Blöde Mütze“ ist nur 1 davon ein Independent Film!
2007 wurden 12 Kinderfilme herausgebracht, von denen 4 Independent Filme waren wie „Paulas Geheimnis“ oder „Max Minsky und ich“. Das ist uns zu wenig. Und dem Filmotter auch.

Wieso? Weshalb? Warum gibt es so wenige Independent Filme für Kinder?

Blöde Mütze! (Deutschland 2007)

Meistens scheitern Independent Filme für Kinder bereits in der Entwicklung, da ihnen weit weniger Marktchancen eingeräumt werden als „Marken“-Filmen. Für Produzenten stellen sie deshalb ein Risiko dar, weil Kinderfilme ohne erfolgreiche Literaturvorlage oder prominente Fernsehhelden keinen Kassenerfolg garantieren. Der wirtschaftliche Erfolg wird zudem erschwert, weil Independent Filmen selten so viel Geld für Werbung und Marketing zur Verfügung steht wie bekannten Großproduktionen. Damit Independent Filme für Kinder in der Bugwelle der Kassenschlager eine Chance haben, brauchen sie eine besondere Förderung!

Wer nicht guckt, bleibt dumm!

Kleine Tricks (Polen 2007)

Kinder müssen sich täglich mit Problemen, Konflikten und manchmal schlimmen Umständen herumschlagen. Sie setzen sich mit existenziellen Fragen auseinander, sind dabei, ihren Platz in der Welt zu orten und herauszufinden, wer sie überhaupt sind. Deshalb haben Kinder ein Recht auf Filme, die ihre Nöte benennen, die sie berühren, ermutigen, trösten und befreien. Filme, die Lösungsmöglichkeiten anbieten, Fragen beantworten und die komplizierte Welt ein bisschen verstehbarer machen. Die die Fähigkeit beflügeln, sich in andere hineinzuversetzen, die das kritische Bewusstsein fördern.

Das Zauberflugzeug (Frankreich/Deutschland 2006)

Kinder brauchen immer neue, zeitgemäße Helden, mit denen sie sich identifizieren können, die ihr Selbstvertrauen stärken, die ihnen vermitteln, dass sie selbst etwas bewirken und der scheinbar übermächtigen Welt der Erwachsenen mit Fantasie, Spontaneität und ganz eigener Kraft etwas entgegen setzen können.

Tausend tolle Sachen, gibt es überall zu sehn!

Ein Pferd für Winky (Niederlande 2005)

Film ist ein Kulturgut. Film bildet. In Zeiten von Pisa-Studien, Frühförderung und Bildungsgipfeln lohnt es sich, auch in die unabhängige Kinder-Film-Kultur zu investieren. Wir sollten unseren Kindern Filme mit unterschiedlichen Erzählweisen und frischen, bunten Geschichten anbieten. Nicht zuletzt, weil die kleinen Zuschauer von heute die großen Zuschauer von morgen sind. Und nur, wenn sie heute im Kino und auf den Bildschirmen ästhetische Vielfalt kennen lernen, werden sie diese morgen zu schätzen wissen.


Deshalb kämpfen wir für
5 INDEPENDENT KINDERFILME PRO JAHR!



arrow arrow
Hier geht's zur Stimmabgabe.